Wirtschaftliche Kennzahlen und Zuschussstruktur der DIN-Event GmbH sowie des Betriebs der Stadthalle Dinslaken
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
der Rat der Stadt Dinslaken hat sich im Rahmen der Haushaltsberatungen intensiv mit Konsolidierungsmaßnahmen beschäftigt. Dabei wird zunehmend versucht, strukturelle Haushaltsbelastungen transparent darzustellen.
Die Fraktion UBV/Die PARTEI hatte daher beantragt, die Betriebsstruktur der Stadthalle sowie der DIN-Event GmbH auf mögliche Konsolidierungspotenziale zu überprüfen. Die Verwaltung hat vorgeschlagen, diesen Antrag abzulehnen, unter anderem mit dem Hinweis auf den erheblichen personellen Aufwand einer entsprechenden Untersuchung.
Parallel dazu liegt dem Rat inzwischen der Beteiligungsbericht 2024 der Stadt Dinslaken vor. Dieser enthält erstmals eine zusammenhängende Darstellung der wirtschaftlichen Kennzahlen der DIN-Event GmbH.
Ausweislich dieses Berichtes erhielt die Gesellschaft im Jahr 2024 einen Zuschuss der Stadt Dinslaken in Höhe von 1.935.900 €, um die laufenden Kosten zu decken.
Gleichzeitig betrugen die Umsatzerlöse der Gesellschaft 1,103 Mio. €.
Darüber hinaus entrichtet die Gesellschaft jährlich rund 580.000 € Pacht- und Betriebskosten an die DIN-Pacht GmbH.
Vor diesem Hintergrund ergeben sich aus Sicht der Fraktion UBV/Die PARTEI einige Fragen zur wirtschaftlichen Struktur des Unternehmens.
1 Zuschussstruktur
- Wie hat sich der jährliche Zuschuss der Stadt Dinslaken an die DIN-Event GmbH in den letzten zehn Jahren entwickelt?
- Welcher Zuschuss ist im Haushalt 2026 sowie in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen?
- Welche konkreten Kostenpositionen werden durch den Zuschuss der Stadt finanziert?
2 Verhältnis Zuschuss zu wirtschaftlicher Tätigkeit
Der Beteiligungsbericht weist für das Jahr 2024 folgende Eckdaten aus:
- Umsatzerlöse: 1,103 Mio. €
- Zuschuss der Stadt: 1,936 Mio. €
Damit übersteigt der städtische Zuschuss die eigenen Umsatzerlöse der Gesellschaft deutlich.
Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion um Beantwortung folgender Fragen:
- Wie bewertet die Verwaltung dieses Verhältnis aus betriebswirtschaftlicher Sicht?
- Welche Zielgröße für den Kostendeckungsgrad der Gesellschaft wird derzeit verfolgt?
- Gibt es strategische Zielwerte für die Reduzierung des Zuschussanteils?
3 Interne Kostenstruktur
Der Beteiligungsbericht weist einen Personalaufwand von rund 1,173 Mio. € aus.
- Wie viele Vollzeitäquivalente beschäftigt die DIN-Event GmbH aktuell?
- Wie hat sich der Personalbestand in den letzten zehn Jahren entwickelt?
- Welcher Anteil des Gesamtaufwandes entfällt auf
- Personal
- Veranstaltungskosten
- Gebäude- und Pachtkosten
- sonstige betriebliche Aufwendungen?
4 Pachtstruktur
- Wie setzt sich die im Beteiligungsbericht genannte Pachtzahlung von rund 580.000 € jährlich an die DIN-Pacht GmbH zusammen?
- Welche Leistungen bzw. Kostenbestandteile sind hierin enthalten?
- In welcher Höhe fließen diese Mittel letztlich wieder in den städtischen Haushalt zurück?
5 Wirtschaftliche Betätigung
Die DIN-Event GmbH tritt neben der Durchführung städtischer Veranstaltungen auch als Veranstalter im Event- und Kulturmarkt auf.
- Wie bewertet die Verwaltung diese Tätigkeit im Hinblick auf § 107 GO NRW (wirtschaftliche Betätigung von Kommunen)?
- Wie wird sichergestellt, dass keine strukturelle Wettbewerbsverzerrung gegenüber privaten Veranstaltern entsteht?
Begründung
Die Stadthalle und das Burgtheater stellen zweifellos wichtige kulturelle Einrichtungen der Stadt dar.
Gleichzeitig handelt es sich bei der DIN-Event GmbH um ein kommunales Unternehmen, dessen wirtschaftliche Tätigkeit maßgeblich durch Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt finanziert wird.
Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage erscheint es daher sachgerecht, die wirtschaftlichen Kennzahlen dieser Struktur transparent darzustellen und politisch zu diskutieren.
Die Fraktion UBV/Die PARTEI ist sich bewusst, dass Kultur nicht ausschließlich nach betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet werden kann.
Allerdings zeigt der Beteiligungsbericht, dass die Finanzierung dieser Struktur inzwischen eine Größenordnung erreicht hat, die auch aus haushaltswirtschaftlicher Sicht nicht völlig unbemerkt bleiben sollte.
Oder anders formuliert:
Wenn der Zuschuss höher ist als der Umsatz, handelt es sich zumindest nicht mehr um ein Geschäftsmodell, sondern um ein politisches Modell.
