Strategische Hochschulkooperationen und Einsatz von Werkstudent:innen zur Haushaltskonsolidierung und Verwaltungsmodernisierung
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die Fraktion UBV/Die PARTEI beantragt die zuständigen Ausschüsse empfehlen/beschließen, der Rat der Stadt Dinslaken möge beschließen, die Verwaltung beauftragt zu prüfen:
- ob und in welchem Umfang die Stadt Dinslaken Kooperationen mit Hochschulen, insbesondere der Universität Duisburg-Essen, der Hochschule Ruhr West sowie weiteren regionalen Hochschulen, eingehen kann, um Studierende im Rahmen von Werkstudententätigkeiten, Praxissemestern, dualen Studiengängen oder Abschlussarbeiten in der Verwaltung einzusetzen.
- in welchen Fachbereichen und Fachdiensten der Stadtverwaltung ein Einsatz von Werkstudent:innen organisatorisch sinnvoll und rechtlich zulässig wäre (z. B. Digitalisierung, Stadtplanung, Umwelt, Statistik, Fördermittelmanagement).
- welche Kosten- und Effizienzpotenziale sich hieraus im Rahmen des bestehenden Haushaltssicherungskonzeptes ergeben könnten.
- ob durch den gezielten Einsatz von Werkstudent*innen
o Projektstaus reduziert,
o Digitalisierungsvorhaben beschleunigt,
o externe Gutachterkosten reduziert und
o perspektivisch Fachkräfte für die Verwaltung gewonnen werden könnten. - welche Best-Practice-Beispiele anderer Kommunen in Nordrhein-Westfalen existieren.
- welche organisatorischen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für ein entsprechendes Programm erforderlich wären.
Begründung
Die Stadt Dinslaken befindet sich bekanntlich in der angenehmen Situation, ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen zu dürfen. Dieses Instrument der kommunalen Selbstgeißelung eröffnet vielfältige Möglichkeiten, kreativ über Einsparungen nachzudenken.
Während klassische Sparvorschläge in der Regel aus der beliebten Kategorie „Schließung von Einrichtungen, Kürzung von Leistungen oder Hoffnung auf ein Wunder“ stammen, erlaubt sich die Fraktion UBV/DIE PARTEI einen unkonventionellen Gedanken: Man könnte versuchen, Dinge effizienter zu machen.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt befinden sich mit der Universität Duisburg-Essen und der Hochschule Ruhr West zwei Hochschulen mit zehntausenden Studierenden, von denen viele über Fähigkeiten verfügen, die in modernen Verwaltungen gelegentlich als nützlich gelten – etwa im Bereich IT, Datenanalyse, Stadtplanung oder Umweltmanagement.
Andere Kommunen nutzen diese Ressource bereits, indem sie Werkstudent*innen beschäftigen, Praxissemester ermöglichen oder Abschlussarbeiten zu kommunalen Themen betreuen lassen. Die Vorteile sind vielfältig:
- Studierende erhalten Praxiserfahrung,
- Verwaltungen erhalten projektbezogene Unterstützung,
- und gelegentlich entstehen sogar innovative Lösungen – ein Konzept, das in deutschen Kommunalverwaltungen bislang als experimentell gilt.
Gerade in Zeiten knapper Kassen kann der gezielte Einsatz von Werkstudent:innen eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit darstellen, Projekte voranzubringen, ohne sofort zusätzliche Vollzeitstellen schaffen zu müssen oder Beratungsunternehmen zu beauftragen, deren Stundensätze gelegentlich an die Raumtemperatur eines Hochofens erinnern.
Darüber hinaus könnte die Stadt Dinslaken auf diese Weise junge Fachkräfte frühzeitig an sich binden – ein Ansatz, der angesichts des vielbeschworenen Fachkräftemangels zumindest theoretisch interessant erscheint.
Die Prüfung soll daher klären, ob eine strukturierte Hochschulkooperation und ein Werkstudentenprogramm einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, zur Verwaltungsmodernisierung und zur Nachwuchsgewinnung leisten können.
Sollte sich dabei herausstellen, dass dies tatsächlich funktioniert, wäre dies für Dinslaken eine überraschend positive Entwicklung. Sollte sich hingegen herausstellen, dass auch dieser Ansatz nichts bringt, hätte die Verwaltung zumindest eine weitere Erfahrung gesammelt – und Erfahrung ist bekanntlich unbezahlbar.
In diesem Sinne bittet die Fraktion UBV / DIE PARTEI um wohlwollende Prüfung dieses Vorschlags zur finanziellen und organisatorischen Selbstrettung der Stadt.
